Startseite
    




Pressebericht


Pressebericht im Westfälischen Volksblatt vom 28.11.2011:

Hobbykicker stehen im Abseits

Neue Gebührensatzung der Stadt bittet Freizeitgruppen kräftig zur Kasse

Von Per Lütje

Paderborn (WV). Eine Gebührenerhöhung um 300 Prozent? So etwas gibt es doch gar nicht, möchte man meinen. Gibt es aber doch! Und zwar geht sie aufs Konto der Stadt Paderborn - zu Lasten von Freizeitmannschaften, denn die sind die Leidtragenden.



Reinhard Borgmeier (rechts) und Manuaela Berkemeier (Vierte von rechts) von der DIP machen am Beispiel der Ahorn-Kicker deutlich, wie sehr der Wegfall der Jahrespauschale bei der Hallennutzung Freizeitgruppen trifft. - Foto: cs

Billy Kirwin (54) und Dieter Rose (47) sind seit mehr als 20 Jahren Hobbyfußballer. Unter dem Namen Ahorn-Kicker jagen sie in der Turnhalle am Reismann-Gymnasium einmal in der Woche dem runden Leder nach. »Bislang haben wir dafür im Jahr etwas mehr als 330 Euro im Jahr bezahlt«, sagt Rose und zückt zum Beweis einen Kontoauszug. Wollen die etwa ein Dutzend Fußballer der Ahorn-Kicker auch weiter an knapp 40 Wochen im Jahr in der halle trainieren, müssen sie dafür künftig 1140 Euro an die Stadt abführen - fast das Dreifache.

Hintergrund ist die vom Rat - gegen die Stimmen von SPD, Grünen und DIP - eingeführte Nutzungsgebühr für Sporthallen. Zwar wurden Freizeitgruppen schon immer zur Kasse gebeten, doch wurde die Jahrespauschale gestrichen, stattdessen wird jede Stunde einzeln zu je 15 Euro abgerechnet. Statt 330 Euro bezahlen die Ahorn-Kicker also von 2012 an 38 Doppelstunde. Macht nach Adam Riese 1140 Euro. »Einige von uns können sich das nicht leisten. Wenn sich an dieser Gebührensatzung nichts ändert, ist für uns am Jahresende Feierabend«, sagt Dieter Rose. Und Billy Kirwin ergänzt: »Mit dieser Regelung sollen wir Freizeitsportler gezwungen werden, Vereinen beizutreten. Aber welche Fußballmannschaft will einen 54-Jährigen?«

Sturm läuft gegen diese neue Regelung auch die Demokratische Initiative Paderborn (DIP). »Der eigentliche Skandal ist die massive Erhöhung, die auch durch nichts zu begründen ist«, schimpft Fraktionsvorsitzender Reinhard Borgmeier. Auch vor dem Hintergrund leerer Stadtkassen und entsprechenden Einsparbemühungen ziele diese Maßnahme in die falsche Richtung, meint Manuela Berkemeier, die die DIP im Sportausschuss vertritt: »Damit trifft man auch ehrenamtliche Übungsleiter, die sich in ihrer Freizeit engagieren - ganz zu schweigen von Kindern aus sozial schwachen Familien, die aus dem Bildungspaket 10 Euro im Monat für den Sport erhalten. Sie werden durch dieses drastische Gebührenerhöhung ausgegrenzt.«

Reinhard Borgmeier gibt sich keinen Illusionen hin, dass die beschlossene Hallennutzungsgebühr wieder zurückgenommen wird. er hofft aber, »dass jene Fraktionen im Rat, die das entschieden haben, die Größe haben, die Satzung an einigen Stellen zu modifizieren.« Und Berkemeier ergänzt: »Es ist im Gespräch, dass die Satzung auch auf den Schwimmbereich übertragen werden soll. Und das träfe dann auch die DLRG. Dem Ruf Sportstadt wird so etwas nicht gerecht.«

© 2011 Westfälisches Volksblatt, 28. November 2011



Pressebericht in der Neuen Westfälischen vom 24.11.2011:

Ahorn Kickers fürchten um die Existenz

Diskussion um Nutzungsgebühren geht weiter

Paderborn (NW/js). Die Demokratische Initiative Paderborn (DIP) will das Thema Sportstätten-Nutzungsgebühren nochmals auf die Tagesordnung bringen.

Fraktionsvorsitzender Reinhard Borgmeier und die DIP-Sportausschuss-Vertreterin Manuela Berkemeier machen sich für die Interessen der Ahorn Kickers stark. Die Freizeitfußballer spielen schon seit langen Jahren in der Sporthalle des Pelizaeus-Gymnasiums. Jetzt fürchten die Kicker um ihre Existenz. Wie die DIP in einer Pressemitteilung vorrechnet, müssten die Ahorn Kicker demnächst für eine Doppelstunde in der Woche 30 Euro bezahlen. Das ergebe bei einer Jahresnutzung von 38 Wochen einen Betrag von 1.140 Euro. Bislang aber hätten die Fußballer pro Jahr 430 Euro berappt. Die DIP schreibt von einem „Trick“, da die Möglichkeit einer Jahresgebühr jetzt gestrichen worden sei.

Die Nutzung von Sportanlagen und Mehrzweckhallen ist seit dem 22. Oktober entgeltpflichtig. Das hatte der Rat der Stadt am 6. Oktober beschlossen. Am heutigen Donnerstag, 24. November, informiert das Sportamt alle Nutzer über die genauen Umstände. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Raum K 300 im Verwaltungsgebäude an der Pontanusstraße 55.

© 2011 Neue Westfälische, Donnerstag 24. November 2011

  Zur Startseite
 
zurück zur Übersicht