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Pressebericht
Presseerklärung der Demokratischen Initiative Paderborn
vom 31.08.2011:
Senne: Zivile Entwicklungsimpulse erforderlich
Von Rainer Lummer, Ratsherr
Der Verein „Unser Teutoburger Wald“ will seine Kampagne „Nationalpark?
Nein danke!“ nun auch nach Paderborn tragen, mit einer Veranstaltung
am 13. September im Schützenhof. Die im Volkslied spöttisch
besungenen „lippischen Schützen“ – jetzt auf dem
Weg in das „heilige Paderborn“?
Der
Verein „Unser Teutoburger Wald“, der CDU und FDP nahe stehend,
vertritt in Sachen Nationalpark Interessen aus der Holzwirtschaft, es
geht dabei um Nachteile, die in dieser Branche durch die Einrichtung eines
Nationalparks auf lippischem Gebiet befürchtet werden. Da wird auch
ein Kampf innerhalb der lippischen CDU ausgefochten: Deren Landrat Friedel
Heuwinkel (Detmold) ist nämlich mit Zustimmung seines Kreistages
Verfechter des Projekts „Nationalpark Lippe“. Und ein weiteres
lippisches Problem spielt beim Kampf gegen einen Nationalpark mit: Der
Augustdorfer Bürgermeister Andreas Wulf (wiederum CDU) hat Sorge,
dass sein lippischer Bundeswehrstandort in Gefahr geraten könnte,
falls in OWL ein Nationalpark eingerichtet wird. Wirtschaftliche Interessen
in Gemeinden und Branchen haben die Eigenschaft, nicht übereinzustimmen,
so ist das nun einmal. Holzwirte müssen anderes bedenken als Betreiber
touristischer Angebote, bei Erholungs- oder Gesundheitseinrichtungen ist
anderes zu beachten als bei Anbietern von Dienstleistungen für’s
Militär. Und Stadt und Kreis Paderborn haben, was einen Nationalpark
angeht, andere Interessen einzubringen als lippische Holznutzer.
Der
Kreis Paderborn liegt, was offenbar dem Verein „Unser Teutoburger
Wald“ entgangen ist, nicht in dessen Kampfgebiet. Zum Paderborner
Kreisgebiet gehören vielmehr große Teile der Senne und kleinere
des Eggegebirges. Für den Kreis und die Stadt Paderborn steht nicht
die Frage nach dem Nationalpark Lippe an, sondern die nach dem Nationalpark
Senne. Es handelt sich um zwei räumlich und sachlich getrennte Projekte.
Was soll dann der propagandistische Auftritt der Gegner des Nationalparks
Lippe in Paderborn? Stimmung machen, um Hilfstruppen zu gewinnen bei der
Auseinandersetzung in der lippischen CDU, mit der FDP an der Seite?
„Diskutieren“
sollen bei der Veranstaltung im Schützenhof Gudrun Kopp (FDP-MdB,
Lippe), Georg Schirmbeck (CDU-MdB, Osnabrück, das liegt, großzügig
betrachtet, tatsächlich im Teutoburger Wald, außerdem ist Schirmbeck
Vertreter holzwirtschaftlicher Interessen), Andreas Wulf (CDU, Augustdorf,
Lippe) – und einer aus Paderborn, Daniel Sieveke (CDU-MdL). Warum
„diskutieren“? Sie sind sich doch schon einig: „Nationalpark
ist Irrsinn“, sagt der Verein „Unser Teutoburger Wald“.
Seinen „lippischen Schützen“ sollte man geographische
Nachhilfe geben und nicht nur diese: Der Kreis Paderborn ist – bisher
jedenfalls – weder dem Teutoburger Wald noch dem lippischen Terrain
eingemeindet – die Interessen der Bevölkerung in und um Paderborn
sind nicht gleichzusetzen mit denen lippischer Holzwirte. Augustdorf gehört
nicht zum Kreis Paderborn. Der dortige Bürgermeister will den lippischen
Bundeswehrstandort erhalten. Das britische Militär im Kreis Paderborn
zieht sich zurück, die hier dadurch entstehenden wirtschaftlichen
Probleme wird die Bundeswehr nicht lösen, da sind andere, neue und
zivile Entwicklungsimpulse erforderlich. Von lippischen Nationalparkgegnern
sind diese nicht erwarten.
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