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Nachtflüge
nein!
dpa-Bericht
vom 13. Dezember 2009:
«Spiegel»: Mehr Schlaganfälle durch Fluglärm
Hamburg (dpa)
- Anwohner von Flughäfen sind besonders gefährdet, einen Schlaganfall
oder Herz-Kreislauf-Krankheiten zu bekommen.
Eine
großangelegte Studie des Bremer Mediziners und Epidemiologen Eberhard
Greiser belege einen starken Anstieg dieser gefährlichen Erkrankungen
bei Airport-Anwohnern, schreibt das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel»
in seiner neuen Ausgabe. Für die Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes
erstellt wurde, wertete der Forscher Krankenkassendaten von mehr als einer
Million gesetzlich Versicherten aus der Umgebung des Flughafens Köln/Bonn
aus.
Demnach
haben zum Beispiel Frauen über 40, die tagsüber einer Fluglärmbelastung
von mindestens 60 Dezibel werden, ein fast doppelt so hohes Risiko, wegen
einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in einer Klinik behandelt werden zu müssen,
wie Frauen aus Wohngebieten ohne Fluglärm. Bei Männern dieser
Altersklasse steige das Erkrankungsrisiko um 69 Prozent. Bei Frauen wurden
zudem höhere Risiken für Brustkrebs und Leukämie festgestellt.
Die Daten
der Studie erlauben auch, Krankheitsfälle an anderen Flughäfen
vorauszusagen. Etwa zehn Jahre nach dem Ausbau von Berlin- Schönefeld
zum Großflughafen müssen sich beispielsweise nach Greisers
Berechnungen die umliegenden Krankenhäuser auf fast 5000 zusätzliche
Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten einstellen, darunter etwa 1350
Männer und Frauen mit einem Schlaganfall. Umfangreicher Lärmschutz
würde die Zahl der Schlaganfall-Patienten laut Studie dagegen auf
etwa 950 verringern.

Pressebericht in der Neuen Westfälischen vom
15. Mai 2009:
Rote Karte gegen Nachtflug
Fluglärmgegner machen ihrem
Ärger in der Sälzer Bauausschuss-Sitzung Luft
VON ANDREAS GÖTTE
Salzkotten. Nach dem Einreichen der Klage beim Oberverwaltungsgericht
in Münster gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Flughafens
Paderborn/Lippstadt (die NW berichtete) machten die Fluglärmgegner
auch in der Bau- und Planungsausschuss-Sitzung am Mittwochabend ihrem
Ärger Luft.
Immer wieder wurden entsprechende Protestplakate mit der Forderung Nachtflug
Nein auf der Zuschauer-Tribüne hochgehalten. Franz-Josef Lunatschek
(Borchener Interessengemeinschaft Nachtflug Nein) hatte sogar während
der Sitzung unzulässigerweise Bild- und Tonmaterial aufgenommen.
Bürgermeister Michael Dreier und sein Vertreter Ulrich Berger forderten
schließlich den Alfener auf, die Aufnahmen umgehend zu löschen.
Wie berichtet fühlen sich die Fluglärmgegner neben Landrat Manfred
Müller vor allem von Salzkottens Stadtoberhaupt im Stich gelassen.
Nach ihrer Ansicht habe dieser nichts gegen die Ausbaupläne des Flughafens
unternommen.
Dem widersprach Dreier energisch: Selbstverständlich nehmen
wir die Probleme der Tudorfer Bevölkerung sehr ernst. In der
vom Stadtrat beschlossenen Resolution vom Juni 2007 habe man sämtliche
rechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft. Zumindest sei jetzt ein
annehmbares Ergebnis dabei herausgekommen, auch wenn die Forderungen nicht
eins zu eins umgesetzt worden seien.
Dreier will nun in Gesprächen mit dem Flughafen auf freiwilliger
Basis die Lärmbelästigung für die Bürger reduzieren.
Ein gerichtliches Vorgehen gegen den Planfeststellungsbeschluss seitens
der Stadt schloss er jedoch aus rechtlichen Gründen aus. SPD-Fraktionschef
Meinolf Glahe zeigte Verständnis für die Fluglärmgegner.
Von einem richtigen Nachtflugverbot kann keine Rede sein.
Leider könne die Stadt dagegen nicht viel unternehmen. Glahe wünschte
den Klägern viel Erfolg auf dem eingeschlagenen Rechtsweg.
Der Bündnis-Grüne Jürgen Kemper brachte eine weitere Resolution
durch die Stadt ins Spiel. Josef Hoffmeister sah die Angelegenheit differenzierter.
Wir haben jetzt zumindest einen festen klaren Beschluss, so
das Mitglied der UnabhängigenWählergemeinschaft Salzkotten (UWS).
Es seien früher Fehler gemacht worden, die nicht mehr zu ändern
seien.
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2009 Neue Westfälische, Freitag 15. Mai 2009

Pressebericht im Westfälischen Volksblatt vom
15. Mai 2009:
Dreier
weist Kritik zurück
Fluglärmgegner fühlen sich im Stich gelassen
Salzkotten (sen). Unerlaubte Ton- und Videoaufnahmen, Plakate auf der
Zuschauertribüne und nicht gestattete Wortbeiträge - das Thema
Flughafen ließ in der Sitzung des Salzkottener Bau- und Planungsausschusses
am Mittwoch die Emotionen hochkochen. Insbesondere die Tudorfer fühlen
sich von der Stadt im Stich gelassen.
Von
der »Arroganz der Macht« und der Ahnungslosigkeit der Kommunalpolitiker
ist anschließend vor den Türen des Ratssaales die Rede. Die
Mitglieder des Vereins gegen Flugbelästigung sind empört. Bereits
in der vergangenen Woche hatten sie und die FBI Bürgermeister Michael
Dreier in einem offenen Brief heftig für seine Äußerung,
der nun vorliegende Planfeststellungsbeschluss bedeute eine Verbesserung
für die Dörfer Niedern- und Oberntudorf kritisiert (WV vom 7.
Mai).
Dreier nahm nun in der Sitzung ausgiebig Stellung zu den Vorwürfen
und wies die Kritik energisch zurück. Die Forderung der FBI, die
Stadt täte gut daran, sich mehr für ihre durch Fluglärm
geplagten Bürger einzusetzen, entbehre jeglicher Grundlage.
»Selbstverständlich nehmen wir die Probleme sehr ernst, genauso
wie wir die Probleme der Anwohner an der Lange Straße und Am Wallgraben
hinsichtlich des Schwerlastverkehrs ernst nehmen«, sagte Dreier.
Mit der Resolution vom 14. Juni 2007 habe die Stadt sämtliche rechtliche
Möglichkeiten ausgeschöpft.
Die Resolution sei zwar nicht eins zu eins umgesetzt worden, doch seien
eindeutig Vorteile gegenüber der alten Betriebsgenehmigung erkennbar.
»Vor dem Planfeststellungsbeschluss hatten wir lediglich eine freiwillige
Selbstbeschränkung des Flughafens, nunmehr ist das Flugverbot für
Übungsflüge in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr eingearbeitet worden
sowie der Betrieb von Strahlflugzeugen in der Nachtzeit beschränkt
auf lärmarme Strahlflugzeuge. Dieses kann jetzt nicht mehr durch
den Flughafen einseitig verändert werden«, sagte Dreier. Zwar
sei durch den Planfeststellungsbeschluss nicht das optimale, aber immerhin
ein annehmbares Ergebnis erzielt worden. Eine Möglichkeit zur Klage
habe die Stadt nicht.
Nicht besonders »glücklich« mit dem Planfesstellungsbeschluss
zeigte sich Meinolf Glahe (SPD), da es kein wirkliches Nachtflugverbot
beinhalte. Denn unter die Kategorie »lärmarmes Strahlflugzeug«
falle heute nahezu jeder Flieger. Aber auch der SPD-Fraktionschef sah
seitens der Stadt keine weiteren Möglichkeiten.
Die Fluglärmgegner sehen indes den Nachtflügen nun Tür
und Tor geöffnet.
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2009 Westfälisches Volksblatt, Freitag 15. Mai 2009

Presseartikel im Westfälischen Volksblatt vom 28.04.2009:
Initiative
macht gegen Nachtflugregelung mobil
Gemeinde Borchen will auf Rechtsmittel verzichten
Borchen (WV). Die Gemeinde Borchen verzichtet nach eigenen Angaben auf
Rechtsmittel gegen die neue Nachtflugregelung am Flughafen Paderborn/Lippstadt.
Das stößt der »Interessengemeinschaft Nachtflug Nein
Borchen« sauer auf.
»Die
Gemeinde Borchen will auf Rechtsmittel verzichten, obwohl sie noch vor
zwei Jahren ein generelles Nachtflugverbot von 0 bis 5 Uhr gefordert hat«,
monieren Reinhard Menne und Franz-Josef Lunatschek. Das sei von den betroffenen
Bürgern in der Einflugschneise, zu denen auch der Bürgermeister
selbst zählt, nicht zu akzeptieren.
»Wer den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Münster
kennt, wird wissen, dass die Forderung der Gemeinde Borchen in keinster
Weise berücksichtigt wurde«, meinen die Nachtfluggegner. Um
so unverständlicher erscheine es dann, wenn der Bürgermeister
dem Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Borchen jetzt vorschlägt,
keine Rechtsmittel einzulegen. »Entweder kennt Herr Schwarzenberg
die neue Betriebsgenehmigung des Flughafens nicht oder er will seine Amtsgeschäfte
in Borchen in Ruhe bis zum Herbst dieses Jahres zu Ende führen.«
»Will man die Bürger jetzt und in Zukunft vor nächtlichem
Fluglärm schützen, dann muss die Gemeinde handeln und Rechtsmittel
gegen den Planfeststellungsbeschluss einlegen«, fordert die Interessengemeinschaft.
Für die Sprecher wäre die Annahme eine Kapitulation vor der
Salamitaktik des Flughafens.
Reinhard Menne: »An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen,
dass die laufende Rechtsprechung keinerlei Begründungen für
nächtliche Urlaubsflüge und auch keine betriebswirtschaftlichen
Gründe für nächtlichen Flugbetrieb akzeptiert. An Nachtflüge
vor allem in der besonders schützenswerten Zeit von 0 bis bis 5 Uhr
werden ganz besondere Anforderungen gestellt. Die hat der Flughafen in
keinster Weise nachgewiesen. Damit ist der Planfeststellungsbeschluss
bei einer möglichen Klage rechtlich nicht haltbar.«
Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Borchen wird sich heute Abend,
18 Uhr, erneut mit der Nachtflugproblematik beschäftigen. »Es
wäre daher nur konsequent und im Sinne vieler Bürger, die in
der Einflugschneise leben, wenn die Ausschussmitglieder den Bürgermeister
beauftragen, Rechtsmittel einzulegen statt den Planfeststellungsbeschluss
anzunehmen«, fordern Menne und Lunatschek.
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2009 Westfälisches Volksblatt, Dienstag 28. April 2009


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2008 Neue Westfälische , Dienstag, 01. Juli 2008

Einwendung
gegen Erörterungsverzicht (23.06.2008)
Die
Bezirksregierung Münster will keine Erörterung durchführen.
Wer damit nicht einverstanden ist und auch - wie in den meisten Fällen
- noch keine Eingangsbestätigung seiner Einwendungen gegen den Ausbau
erhalten hat, kann sich ein
formelles
Schreiben dazu hier downloaden.
Eile ist geboten!

Presseerklärung der Interessengemeinschaft "Nachtflug NEIN"
vom 24.06.2008:
Bezirksregierung verzichtet auf öffentliche Erörterung
3000 Einwender sind enttäuscht und
in Sorge
"Die
Bezirksregierung Münster kneift vor einer öffentliche Erörterung
der rund 3000 Einwendungen gegen den Ausbau des Flughafens Paderborn/Lippstadt!"
Das vermuten Reinhard Menne und Franz-Josef Lunatschek von der Borchener
"Interessenvertretung Nachtflug Nein!".
Die Vermutung kommt nicht von ungefähr: Schließlich schleppt
sich allein das Einwendungsverfahren bereits seit rund einem Jahr dahin,
ohne dass es wirklich substanzielle Fortschritte gegeben hat. Im Winter
wurde uns in Münster Einsicht in die Akten mit dem Hinweis: "Da
ist für Sie nichts Interessantes drin!", verweigert.
Neue Dezernenten und Sachbearbeiter haben offenbar größte Schwierigkeiten
mit dem Verfahren. Hinter geschlossenen Türen und im Schneckentempo
arbeitet man die Einwendungen ab und versucht die Öffentlichkeit
außen vor zu halten. Ist das bürgerfreundlich?
Nun ist man der Meinung, dass eine öffentliche Erörterung keine
"weiteren Erkenntnisse" bringt. Wir fragen: Für wen? Für
die Genehmigungsbehörde, für den Antragsteller oder für
uns Bürgerinnen und Bürger? Hat die BR Münster Angst vor
einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen dem Flughafenbetreiber
und den Nachtfluggegnern? Ist sie nicht bereit oder nicht in der Lage
einen Erörterungstermin zu organisieren bzw. durchzuführen?
Die Interessengemeinschaften, Vereine und Verbände sind vorbereitet
und die Einwender erwarten, dass der Antrag und die Einwendungen öffentlich
erörtert werden!
Die verantwortlichen Entscheider in Münster machen ein Geheimnis
aus dem Verfahren und scheuen so die Öffentlichkeit! Es wächst
die Sorge, dass die Genehmigungsbehörde unter Ausschluss der Öffentlichkeit
dem Flughafenbetreiber eine Genehmigung auch für uneingeschränkten
Nachtflug erteilen will. Damit würde die Bevölkerung insbesondere
in Borchen, Tudorf und Steinhausen nachts nicht mehr zur Ruhe kommen.
Die Bürgerinnen und Bürger im Einzugsbereich des Paderborner
Flughafens erwarten daher von der Bezirksregierung Münster ein öffentliches,
ergebnisoffenes und vertrauenbildendes Verfahren und damit einen öffentlichen
Erörterungstermin. Wir fordern sie auf, den Beschluss zurückzunehmen
und kurzfristig die öffentliche Erörterung durchzuführen.

Flugblatt, Pressemeldungen und Musterschreiben der
Vereine gegen Flugbelästigung in Niederntudorf und Steinhausen:

Schreiben Nachtruhe ganz groß
Interessengemeinschaft zum Schutz vor Fluglärm will notfalls klagen
VON
JUDITH WIMMER
Büren-Steinhausen.
Wir müssen auf eine Beschränkung der Nachtflüge bestehen,
sagte Manfred Spremberg, zweiter Vorsitzender der Interessengemeinschaft
zum Schutz vor Fluglärm (ISF) und dabei waren sich auch alle
einig. Nicht nur wegen des Lärms, der als gesundheitsschädlich
nachgewiesen sei, sondern auch wegen des Feinstaubs und der Abgase.
Bei
der Jahreshauptversammlung, die zufällig am Tag des Lärms stattfand,
stellte Manfred Spremberg die Neufassung des Fluglärmschutzgesetzes
vor. Seiner Meinung nach genügt es nicht den in den Gesetzesvorlagen
gesetzten Zielen mit dem Anspruch auf zeitgemäßen Lärmschutzstandard.
Es regelt Entschädigungen, aber nicht das Lärmproblem
an sich, betonte er. Außerdem bleibe das Gesetz nicht nur
bei der Festlegung der Grenzwerte der Lärmschutzbereiche und bei
den Regelungen zur Siedlungsbeschränkung hinter den Erwartungen zurück,
sondern auch hinter der aktuellen Rechtsprechung. Das ist ein Armutszeugnis
für die Bundespolitik, sagte er energisch. Das findet auch
Mitglied Brunhilde Reker: Umwelt und Klimaschutz wird immer ganz
groß geschrieben trotzdem passiert nichts Konkretes.
Der
Rat beschloss im Juni 2007 mehrheitlich ohne die Stimmen der SPD-Ratsfraktion
, in seiner Stellungnahme an die Bezirksregierung in Münster
eine verbindliche Regelung der Nachtruhe zu fordern, die eine Nachtflugbeschränkung
zwischen 0 und 5 Uhr vorsehen soll. Darauf müssen wir mindestens
bestehen, befindet der zweite Vorsitzende. Ansonsten werde im Jahr
2023 zur Nachtzeit in Steinhausen ein Schalldruckpegel (dB (A)) von 40
bis 45 erwartet. In Moment liege die Anzahl der Nachtflüge bei 2.700
im Jahr 2023 sollen es laut Nachtfluggutachten 5.804 sein.
Das
Gutachten besagt auch, dass die Sperrung des Nachtverkehrs für den
Flughafen Paderborn/Lippstadt ein existenzgefährdender Eingriff sei.
Man verweist immer nur auf Arbeitsplätze, regte sich
Manfred Spremberg auf. Dass die Störung der Nachtruhe in hohem
Maße inhuman und gesundheitsschädlich ist, darf dabei nicht
vergessen werden, betonte Franz Voß von der FDP-Ratsfraktion,
der bei der Jahreshauptversammlung zum neuen Kassenprüfer der Interessengemeinschaft
gewählt wurde.
Im
vergangenen Jahr hatten die Mitglieder mit diversen Protesten, Flyern
und Flugblättern auf die Problematik aufmerksam gemacht. Mit Erfolg:
Es wurden insgesamt rund 3.000 Einwendungen zu dem Planfeststellungsverfahren
verfasst. Dieses Jahr möchte die ISF noch weiter gehen: Wenn
wir uns zusammenschließen mit ähnlichen Gemeinschaften in den
umliegenden Orten und jeder ein wenig Geld spendet, können wir vielleicht,
wenn es soweit ist, mit einem Rechtsanwalt klagen, erklärte
Manfred Spremberg.
©
2008 Neue Westfälische, Paderborner Kreiszeitung, Freitag 18. April
2008

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Klares Nein zum Nachtflug:
Rudolf Herzog, Franz Lunatschek, Werner Oesterholz, Gabriele Tobey
und Reinhard Menne (v. l.) bei der Versammlung der drei Verein e gegen
Fluglrämbelästigung in Niederntudorf. FOTO: ANDREAS GÖTTE |
Aktuell
!! Aktuell !!
Werden wohl klagen müssen
Fluglärmgegner beschließen Resolution für öffentliches
Erörterungsverfahren
VON
ANDREAS GÖTTE
Salzkotten-Niederntudorf. Die Verlängerung der Landebahn, der mögliche
Bau zweier weiterer Wartungshallen, Nachtflüge und mehr Übungsflüge
die Fluglärmgegner fürchten erheblich um ihre Gesundheit.
Um sich stärker Gehör zu verschaffen, haben fast 100 Betroffene
während der Informationsveranstaltung der drei Interessengemeinschaften
gegen Fluglärm und Nachtflug am Dienstagabend in der Gaststätte
Gladbach eine Resolution für eine öffentliche Erörterung
verabschiedet.
Die Fluglärmgegner befürchten, dass auf ein öffentliches
Anhörungsverfahren, bei dem Gutachter und Antragsteller auf Einwände
präzise Rede und Antwort stehen müssen, verzichtet wird.
Die 80 Seiten starke Begründung im vorgelegten Gutachten zum Nachtflug
hält Rudolf Herzog, Vorsitzender des Vereins gegen Flugbelästigung
am Flughafen Paderborn/Lippstadt, für eine Bankrotterklärung des
Flughafens. Air Berlin werde auch bei einem Nachtflugverbot Paderborn weiter
bedienen. Den Hinweis von Flughafenchef Fritz Henze, ein Nachtflugverbot
gefährde die Existenz des Flughafens, lässt der gelernte Autoschlosser
nicht gelten. Dortmund/Wickede kommt bei zwei Millionen Fluggästen
auch ohne Nachtflüge aus.
Er betonte noch einmal, nicht gegen den Flughafen zu sein, sondern nur für
die Gesundheit zu kämpfen. Wir sind für einen guten nachbarschaftlichen
Betrieb. Herzog bemängelt, dass im Gutachten nur von der Boing
737 die Rede sei und nicht von der wesentlich schwereren und damit lauteren
VC 10. Zudem ständen in den Antragsunterlagen auch Starts und Landungen
der 250 Tonnen schweren DC 10. Misstrauen hegen die Gegner auch gegen den
möglichen Bau zweier weiter Wartungshallen für Flugzeuge. So ist
im Gutachten sogar von einem Wartungsschwerpunkt die Rede. Für
mich ist das ein geschickter Schachzug, um dann auch nachts Charter fliegen
zu lassen, vermutet Franz-Josef Lunatschek, Vorsitzender der Interessengemeinschaft
Nachtflug Nein Borchen. Und Herzog blickt voraus. Wir müssen
zukünftig aufpassen, dass bei einer neuen Betriebsgenehmigung der Flugbetrieb
festgeschrieben wird. Zu oft habe der Flughafen die Genehmigung später
an neue Gegebenheiten angepasst.
Alle drei Minuten wird über
das Haus geflogen
Für
die Resolution hat auch Brigitte Rotte (47) aus Niederntudorf gestimmt.
Die Übungsflüge sind sehr störend, alle drei Minuten
wird über das Haus geflogen, sagt sie. Ich befürchte bei
einem Ausbau, dass sich der Flughafen auch nachts anbieten wird. Im
übrigen seien drei subventionierte Flughäfen auf einer Länge
von 200 Kilometern zu viel, meint die kaufmännische Angestellte. Und
Fernmeldetechniker Ulrich Düchting befürchtet nachts zusätzliche
Charterflüge, falls die Wartungshallen kommen. Aus kaufmännischen
Gründen kann ich Henze verstehen, sagt der 49-jährige Oberntudorfer.
Rudolf Herzog schwor die Anwesenden ein. Wir müssen zusammenstehen
und die Sache durchziehen. Irgendwann werde man klagen müssen,
ist er sich sicher. Einen Würzburger Rechtsanwalt haben die Fluglärmgegner
bereits engagiert. Wenn jeder der Einwender zehn Euro zahlt, können
wir uns die nötigen Fachleute leisten.
Von den 3.000 Einwendungen wurden im übrigen 2.700 als begründet
anerkannt.
©
2008 Neue Westfälische , Donnerstag 21. Februar 2008

Das Ende der Nachtruhe
für Tausende in der Einflugschneise (vom
02.02.2008)
Der
Flughafen plant zwei neue Wartungshallen zu bauen und damit Ahden zu einem
nächtlichen Wartungsschwerpunkt auszubauen, um damit zusätzliche
Nachtflüge "anzulocken". Laut offiziellen Planungen des Airports
will man die Anzahl der Nachtflüge in den nächsten 10 Jahren nahezu
verdoppeln. Das bedeutet das endgültige Aus der Nachtruhe
für Tausende von Menschen in der Einflugschneise.
Aktueller
Flyer (WORD)

(Neue
Westfälische, 18.01.2008)

"Wir wollen auch nachts um 2 Uhr landen können" Originalton
Fritz Henze, Flughafen-Geschäftsführer
Der Flughafen will
- seine
Landebahn verlängern
- auch
die ganz großen Maschinen einsetzen
- nachts
ohne Beschränkung fliegen und
- tagsüber
mehr Übungsflüge
Dazu
braucht der Flughafen aber eine neue Betriebsgenehmigung.
Die erforderlichen
Pläne liegen vom 30. Mai bis 29. Juni in den Rathäusern in Borchen,
Büren und Salzkotten aus.
Wollen wir mehr Übungsflüge? Wollen
wir zulassen, dass uns zukünftig noch größere und noch lautere
Flugzeuge den Schlaf rauben? Haben wir nicht auch ein Recht auf Nachtruhe wie
die Dortmunder Bevölkerung? Am überaus erfolgreichen Flughafen Dortmund
darf nachts nicht geflogen werden.
Wir haben jetzt erstmalig die Möglichkeit,
uns offiziell gegen diese Nachtflugpläne zu wehren. Einzel- und Sammeleinwendungen
sind sehr erfolgreiche Methoden (siehe Widerstand gegen die MVA-Pläne in
Paderborn).
Sie können - wenn Sie wollen - für Ihre Einwendungen
ab dem 30. Mai Musterschreiben als Formulierungshilfen aus dem Internet laden:
www.niederntudorf.de
www.isf-steinhausen.de
www.alfen.de

Alle,
die nicht wollen, dass unsere Heimat nachts verlärmt wird, treffen sich am
14. Juni um 17:30 Uhr vor dem Rathaus in Salzkotten, um ihren Protest kundzutun.
Wer
wissen will, wie unsere Ratsvertreter mit unseren Sorgen umgehen, kann anschließend
an der öffentlichen Sitzung um 18:00 Uhr teilnehmen.

Ihre
Vereine gegen Flugbelästigung in Niederntudorf und Steinhausen (V. i. S.
d P.):
Interessengemeinschaft zum Schutz vor Fluglärm e. V.
(ISF Steinhausen) c/o Gabriele Tobey Silbeker Weg 26 33142 Büren-Steinhausen
Verein
gegen Flugbelästigung am Flughafen Paderborn/Lippstadt e. V. c/o
Rudolf Herzog Falkenweg 21 33154 Salzkotten-Niederntudorf |