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Nachtflüge nein!

dpa-Bericht vom 13. Dezember 2009:

«Spiegel»: Mehr Schlaganfälle durch Fluglärm

Hamburg (dpa) - Anwohner von Flughäfen sind besonders gefährdet, einen Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Krankheiten zu bekommen.

Eine großangelegte Studie des Bremer Mediziners und Epidemiologen Eberhard Greiser belege einen starken Anstieg dieser gefährlichen Erkrankungen bei Airport-Anwohnern, schreibt das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» in seiner neuen Ausgabe. Für die Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde, wertete der Forscher Krankenkassendaten von mehr als einer Million gesetzlich Versicherten aus der Umgebung des Flughafens Köln/Bonn aus.

Demnach haben zum Beispiel Frauen über 40, die tagsüber einer Fluglärmbelastung von mindestens 60 Dezibel werden, ein fast doppelt so hohes Risiko, wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in einer Klinik behandelt werden zu müssen, wie Frauen aus Wohngebieten ohne Fluglärm. Bei Männern dieser Altersklasse steige das Erkrankungsrisiko um 69 Prozent. Bei Frauen wurden zudem höhere Risiken für Brustkrebs und Leukämie festgestellt.

Die Daten der Studie erlauben auch, Krankheitsfälle an anderen Flughäfen vorauszusagen. Etwa zehn Jahre nach dem Ausbau von Berlin- Schönefeld zum Großflughafen müssen sich beispielsweise nach Greisers Berechnungen die umliegenden Krankenhäuser auf fast 5000 zusätzliche Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten einstellen, darunter etwa 1350 Männer und Frauen mit einem Schlaganfall. Umfangreicher Lärmschutz würde die Zahl der Schlaganfall-Patienten laut Studie dagegen auf etwa 950 verringern.



Pressebericht in der Neuen Westfälischen vom
15. Mai 2009:

Rote Karte gegen Nachtflug

Fluglärmgegner machen ihrem Ärger in der Sälzer Bauausschuss-Sitzung Luft

VON ANDREAS GÖTTE

Salzkotten. Nach dem Einreichen der Klage beim Oberverwaltungsgericht in Münster gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Flughafens Paderborn/Lippstadt (die NW berichtete) machten die Fluglärmgegner auch in der Bau- und Planungsausschuss-Sitzung am Mittwochabend ihrem Ärger Luft.

Immer wieder wurden entsprechende Protestplakate mit der Forderung „Nachtflug Nein“ auf der Zuschauer-Tribüne hochgehalten. Franz-Josef Lunatschek (Borchener Interessengemeinschaft Nachtflug Nein) hatte sogar während der Sitzung unzulässigerweise Bild- und Tonmaterial aufgenommen. Bürgermeister Michael Dreier und sein Vertreter Ulrich Berger forderten schließlich den Alfener auf, die Aufnahmen umgehend zu löschen.

Wie berichtet fühlen sich die Fluglärmgegner neben Landrat Manfred Müller vor allem von Salzkottens Stadtoberhaupt im Stich gelassen. Nach ihrer Ansicht habe dieser nichts gegen die Ausbaupläne des Flughafens unternommen.

Dem widersprach Dreier energisch: „Selbstverständlich nehmen wir die Probleme der Tudorfer Bevölkerung sehr ernst.“ In der vom Stadtrat beschlossenen Resolution vom Juni 2007 habe man sämtliche rechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft. Zumindest sei jetzt ein annehmbares Ergebnis dabei herausgekommen, auch wenn die Forderungen nicht eins zu eins umgesetzt worden seien.

Dreier will nun in Gesprächen mit dem Flughafen auf freiwilliger Basis die Lärmbelästigung für die Bürger reduzieren. Ein gerichtliches Vorgehen gegen den Planfeststellungsbeschluss seitens der Stadt schloss er jedoch aus rechtlichen Gründen aus. SPD-Fraktionschef Meinolf Glahe zeigte Verständnis für die Fluglärmgegner. „Von einem richtigen Nachtflugverbot kann keine Rede sein.“ Leider könne die Stadt dagegen nicht viel unternehmen. Glahe wünschte den Klägern viel Erfolg auf dem eingeschlagenen Rechtsweg.

Der Bündnis-Grüne Jürgen Kemper brachte eine weitere Resolution durch die Stadt ins Spiel. Josef Hoffmeister sah die Angelegenheit differenzierter. „Wir haben jetzt zumindest einen festen klaren Beschluss“, so das Mitglied der UnabhängigenWählergemeinschaft Salzkotten (UWS). Es seien früher Fehler gemacht worden, die nicht mehr zu ändern seien.

© 2009 Neue Westfälische, Freitag 15. Mai 2009



Pressebericht im Westfälischen Volksblatt vom
15. Mai 2009:


Dreier weist Kritik zurück

Fluglärmgegner fühlen sich im Stich gelassen

Salzkotten (sen). Unerlaubte Ton- und Videoaufnahmen, Plakate auf der Zuschauertribüne und nicht gestattete Wortbeiträge - das Thema Flughafen ließ in der Sitzung des Salzkottener Bau- und Planungsausschusses am Mittwoch die Emotionen hochkochen. Insbesondere die Tudorfer fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen.

Von der »Arroganz der Macht« und der Ahnungslosigkeit der Kommunalpolitiker ist anschließend vor den Türen des Ratssaales die Rede. Die Mitglieder des Vereins gegen Flugbelästigung sind empört. Bereits in der vergangenen Woche hatten sie und die FBI Bürgermeister Michael Dreier in einem offenen Brief heftig für seine Äußerung, der nun vorliegende Planfeststellungsbeschluss bedeute eine Verbesserung für die Dörfer Niedern- und Oberntudorf kritisiert (WV vom 7. Mai).

Dreier nahm nun in der Sitzung ausgiebig Stellung zu den Vorwürfen und wies die Kritik energisch zurück. Die Forderung der FBI, die Stadt täte gut daran, sich mehr für ihre durch Fluglärm geplagten Bürger einzusetzen, entbehre jeglicher Grundlage.

»Selbstverständlich nehmen wir die Probleme sehr ernst, genauso wie wir die Probleme der Anwohner an der Lange Straße und Am Wallgraben hinsichtlich des Schwerlastverkehrs ernst nehmen«, sagte Dreier. Mit der Resolution vom 14. Juni 2007 habe die Stadt sämtliche rechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft.

Die Resolution sei zwar nicht eins zu eins umgesetzt worden, doch seien eindeutig Vorteile gegenüber der alten Betriebsgenehmigung erkennbar. »Vor dem Planfeststellungsbeschluss hatten wir lediglich eine freiwillige Selbstbeschränkung des Flughafens, nunmehr ist das Flugverbot für Übungsflüge in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr eingearbeitet worden sowie der Betrieb von Strahlflugzeugen in der Nachtzeit beschränkt auf lärmarme Strahlflugzeuge. Dieses kann jetzt nicht mehr durch den Flughafen einseitig verändert werden«, sagte Dreier. Zwar sei durch den Planfeststellungsbeschluss nicht das optimale, aber immerhin ein annehmbares Ergebnis erzielt worden. Eine Möglichkeit zur Klage habe die Stadt nicht.
Nicht besonders »glücklich« mit dem Planfesstellungsbeschluss zeigte sich Meinolf Glahe (SPD), da es kein wirkliches Nachtflugverbot beinhalte. Denn unter die Kategorie »lärmarmes Strahlflugzeug« falle heute nahezu jeder Flieger. Aber auch der SPD-Fraktionschef sah seitens der Stadt keine weiteren Möglichkeiten.

Die Fluglärmgegner sehen indes den Nachtflügen nun Tür und Tor geöffnet.

© 2009 Westfälisches Volksblatt, Freitag 15. Mai 2009



Presseartikel im Westfälischen Volksblatt vom 28.04.2009:

Initiative macht gegen Nachtflugregelung mobil

Gemeinde Borchen will auf Rechtsmittel verzichten

Borchen (WV). Die Gemeinde Borchen verzichtet nach eigenen Angaben auf Rechtsmittel gegen die neue Nachtflugregelung am Flughafen Paderborn/Lippstadt. Das stößt der »Interessengemeinschaft Nachtflug Nein Borchen« sauer auf.

»Die Gemeinde Borchen will auf Rechtsmittel verzichten, obwohl sie noch vor zwei Jahren ein generelles Nachtflugverbot von 0 bis 5 Uhr gefordert hat«, monieren Reinhard Menne und Franz-Josef Lunatschek. Das sei von den betroffenen Bürgern in der Einflugschneise, zu denen auch der Bürgermeister selbst zählt, nicht zu akzeptieren.
»Wer den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Münster kennt, wird wissen, dass die Forderung der Gemeinde Borchen in keinster Weise berücksichtigt wurde«, meinen die Nachtfluggegner. Um so unverständlicher erscheine es dann, wenn der Bürgermeister dem Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Borchen jetzt vorschlägt, keine Rechtsmittel einzulegen. »Entweder kennt Herr Schwarzenberg die neue Betriebsgenehmigung des Flughafens nicht oder er will seine Amtsgeschäfte in Borchen in Ruhe bis zum Herbst dieses Jahres zu Ende führen.«

»Will man die Bürger jetzt und in Zukunft vor nächtlichem Fluglärm schützen, dann muss die Gemeinde handeln und Rechtsmittel gegen den Planfeststellungsbeschluss einlegen«, fordert die Interessengemeinschaft. Für die Sprecher wäre die Annahme eine Kapitulation vor der Salamitaktik des Flughafens.

Reinhard Menne: »An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die laufende Rechtsprechung keinerlei Begründungen für nächtliche Urlaubsflüge und auch keine betriebswirtschaftlichen Gründe für nächtlichen Flugbetrieb akzeptiert. An Nachtflüge vor allem in der besonders schützenswerten Zeit von 0 bis bis 5 Uhr werden ganz besondere Anforderungen gestellt. Die hat der Flughafen in keinster Weise nachgewiesen. Damit ist der Planfeststellungsbeschluss bei einer möglichen Klage rechtlich nicht haltbar.«

Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Borchen wird sich heute Abend, 18 Uhr, erneut mit der Nachtflugproblematik beschäftigen. »Es wäre daher nur konsequent und im Sinne vieler Bürger, die in der Einflugschneise leben, wenn die Ausschussmitglieder den Bürgermeister beauftragen, Rechtsmittel einzulegen statt den Planfeststellungsbeschluss anzunehmen«, fordern Menne und Lunatschek.

© 2009 Westfälisches Volksblatt, Dienstag 28. April 2009




© 2008 Neue Westfälische , Dienstag, 01. Juli 2008



Einwendung gegen Erörterungsverzicht (23.06.2008)

Die Bezirksregierung Münster will keine Erörterung durchführen. Wer damit nicht einverstanden ist und auch - wie in den meisten Fällen - noch keine Eingangsbestätigung seiner Einwendungen gegen den Ausbau erhalten hat, kann sich ein formelles Schreiben dazu hier downloaden.

Eile ist geboten!



Presseerklärung der Interessengemeinschaft "Nachtflug NEIN" vom 24.06.2008:

Bezirksregierung verzichtet auf öffentliche Erörterung

3000 Einwender sind enttäuscht und in Sorge

"Die Bezirksregierung Münster kneift vor einer öffentliche Erörterung der rund 3000 Einwendungen gegen den Ausbau des Flughafens Paderborn/Lippstadt!" Das vermuten Reinhard Menne und Franz-Josef Lunatschek von der Borchener "Interessenvertretung Nachtflug Nein!".

Die Vermutung kommt nicht von ungefähr: Schließlich schleppt sich allein das Einwendungsverfahren bereits seit rund einem Jahr dahin, ohne dass es wirklich substanzielle Fortschritte gegeben hat. Im Winter wurde uns in Münster Einsicht in die Akten mit dem Hinweis: "Da ist für Sie nichts Interessantes drin!", verweigert.

Neue Dezernenten und Sachbearbeiter haben offenbar größte Schwierigkeiten mit dem Verfahren. Hinter geschlossenen Türen und im Schneckentempo arbeitet man die Einwendungen ab und versucht die Öffentlichkeit außen vor zu halten. Ist das bürgerfreundlich?

Nun ist man der Meinung, dass eine öffentliche Erörterung keine "weiteren Erkenntnisse" bringt. Wir fragen: Für wen? Für die Genehmigungsbehörde, für den Antragsteller oder für uns Bürgerinnen und Bürger? Hat die BR Münster Angst vor einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen dem Flughafenbetreiber und den Nachtfluggegnern? Ist sie nicht bereit oder nicht in der Lage einen Erörterungstermin zu organisieren bzw. durchzuführen? Die Interessengemeinschaften, Vereine und Verbände sind vorbereitet und die Einwender erwarten, dass der Antrag und die Einwendungen öffentlich erörtert werden!

Die verantwortlichen Entscheider in Münster machen ein Geheimnis aus dem Verfahren und scheuen so die Öffentlichkeit! Es wächst die Sorge, dass die Genehmigungsbehörde unter Ausschluss der Öffentlichkeit dem Flughafenbetreiber eine Genehmigung auch für uneingeschränkten Nachtflug erteilen will. Damit würde die Bevölkerung insbesondere in Borchen, Tudorf und Steinhausen nachts nicht mehr zur Ruhe kommen.

Die Bürgerinnen und Bürger im Einzugsbereich des Paderborner Flughafens erwarten daher von der Bezirksregierung Münster ein öffentliches, ergebnisoffenes und vertrauenbildendes Verfahren und damit einen öffentlichen Erörterungstermin. Wir fordern sie auf, den Beschluss zurückzunehmen und kurzfristig die öffentliche Erörterung durchzuführen.



Flugblatt, Pressemeldungen und Musterschreiben der Vereine gegen Flugbelästigung in Niederntudorf und Steinhausen:



Schreiben Nachtruhe ganz groß

Interessengemeinschaft zum Schutz vor Fluglärm will notfalls klagen

VON JUDITH WIMMER

Büren-Steinhausen. „Wir müssen auf eine Beschränkung der Nachtflüge bestehen“, sagte Manfred Spremberg, zweiter Vorsitzender der Interessengemeinschaft zum Schutz vor Fluglärm (ISF) – und dabei waren sich auch alle einig. Nicht nur wegen des Lärms, der als gesundheitsschädlich nachgewiesen sei, sondern auch wegen des Feinstaubs und der Abgase.

Bei der Jahreshauptversammlung, die zufällig am Tag des Lärms stattfand, stellte Manfred Spremberg die Neufassung des Fluglärmschutzgesetzes vor. Seiner Meinung nach genügt es nicht den in den Gesetzesvorlagen gesetzten Zielen mit dem Anspruch auf zeitgemäßen Lärmschutzstandard. „Es regelt Entschädigungen, aber nicht das Lärmproblem an sich“, betonte er. Außerdem bleibe das Gesetz nicht nur bei der Festlegung der Grenzwerte der Lärmschutzbereiche und bei den Regelungen zur Siedlungsbeschränkung hinter den Erwartungen zurück, sondern auch hinter der aktuellen Rechtsprechung. „Das ist ein Armutszeugnis für die Bundespolitik“, sagte er energisch. Das findet auch Mitglied Brunhilde Reker: „Umwelt und Klimaschutz wird immer ganz groß geschrieben – trotzdem passiert nichts Konkretes.“

Der Rat beschloss im Juni 2007 mehrheitlich – ohne die Stimmen der SPD-Ratsfraktion –, in seiner Stellungnahme an die Bezirksregierung in Münster eine verbindliche Regelung der Nachtruhe zu fordern, die eine Nachtflugbeschränkung zwischen 0 und 5 Uhr vorsehen soll. „Darauf müssen wir mindestens bestehen“, befindet der zweite Vorsitzende. Ansonsten werde im Jahr 2023 zur Nachtzeit in Steinhausen ein Schalldruckpegel (dB (A)) von 40 bis 45 erwartet. In Moment liege die Anzahl der Nachtflüge bei 2.700 – im Jahr 2023 sollen es laut Nachtfluggutachten 5.804 sein.

Das Gutachten besagt auch, dass die Sperrung des Nachtverkehrs für den Flughafen Paderborn/Lippstadt ein existenzgefährdender Eingriff sei. „Man verweist immer nur auf Arbeitsplätze“, regte sich Manfred Spremberg auf. „Dass die Störung der Nachtruhe in hohem Maße inhuman und gesundheitsschädlich ist, darf dabei nicht vergessen werden“, betonte Franz Voß von der FDP-Ratsfraktion, der bei der Jahreshauptversammlung zum neuen Kassenprüfer der Interessengemeinschaft gewählt wurde.

Im vergangenen Jahr hatten die Mitglieder mit diversen Protesten, Flyern und Flugblättern auf die Problematik aufmerksam gemacht. Mit Erfolg: Es wurden insgesamt rund 3.000 Einwendungen zu dem Planfeststellungsverfahren verfasst. Dieses Jahr möchte die ISF noch weiter gehen: „Wenn wir uns zusammenschließen mit ähnlichen Gemeinschaften in den umliegenden Orten und jeder ein wenig Geld spendet, können wir vielleicht, wenn es soweit ist, mit einem Rechtsanwalt klagen“, erklärte Manfred Spremberg.

© 2008 Neue Westfälische, Paderborner Kreiszeitung, Freitag 18. April 2008




Klares Nein zum Nachtflug: Rudolf Herzog, Franz Lunatschek, Werner Oesterholz, Gabriele Tobey und Reinhard Menne (v. l.) bei der Versammlung der drei Verein e gegen Fluglrämbelästigung in Niederntudorf. FOTO: ANDREAS GÖTTE

Aktuell !! Aktuell !!

„Werden wohl klagen müssen“

Fluglärmgegner beschließen Resolution für öffentliches Erörterungsverfahren

VON ANDREAS GÖTTE

Salzkotten-Niederntudorf. Die Verlängerung der Landebahn, der mögliche Bau zweier weiterer Wartungshallen, Nachtflüge und mehr Übungsflüge – die Fluglärmgegner fürchten erheblich um ihre Gesundheit. Um sich stärker Gehör zu verschaffen, haben fast 100 Betroffene während der Informationsveranstaltung der drei Interessengemeinschaften gegen Fluglärm und Nachtflug am Dienstagabend in der Gaststätte Gladbach eine Resolution für eine öffentliche Erörterung verabschiedet.

Die Fluglärmgegner befürchten, dass auf ein öffentliches Anhörungsverfahren, bei dem Gutachter und Antragsteller auf Einwände präzise Rede und Antwort stehen müssen, verzichtet wird.

Die 80 Seiten starke Begründung im vorgelegten Gutachten zum Nachtflug hält Rudolf Herzog, Vorsitzender des Vereins gegen Flugbelästigung am Flughafen Paderborn/Lippstadt, für eine Bankrotterklärung des Flughafens. Air Berlin werde auch bei einem Nachtflugverbot Paderborn weiter bedienen. Den Hinweis von Flughafenchef Fritz Henze, ein Nachtflugverbot gefährde die Existenz des Flughafens, lässt der gelernte Autoschlosser nicht gelten. „Dortmund/Wickede kommt bei zwei Millionen Fluggästen auch ohne Nachtflüge aus.“

Er betonte noch einmal, nicht gegen den Flughafen zu sein, sondern nur für die Gesundheit zu kämpfen. „Wir sind für einen guten nachbarschaftlichen Betrieb.“ Herzog bemängelt, dass im Gutachten nur von der Boing 737 die Rede sei und nicht von der wesentlich schwereren und damit lauteren VC 10. Zudem ständen in den Antragsunterlagen auch Starts und Landungen der 250 Tonnen schweren DC 10. Misstrauen hegen die Gegner auch gegen den möglichen Bau zweier weiter Wartungshallen für Flugzeuge. So ist im Gutachten sogar von einem Wartungsschwerpunkt die Rede. „ Für mich ist das ein geschickter Schachzug, um dann auch nachts Charter fliegen zu lassen“, vermutet Franz-Josef Lunatschek, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Nachtflug Nein Borchen. Und Herzog blickt voraus. „Wir müssen zukünftig aufpassen, dass bei einer neuen Betriebsgenehmigung der Flugbetrieb festgeschrieben wird.“ Zu oft habe der Flughafen die Genehmigung später an neue Gegebenheiten angepasst.

„Alle drei Minuten wird
über das Haus geflogen“

Für die Resolution hat auch Brigitte Rotte (47) aus Niederntudorf gestimmt. „Die Übungsflüge sind sehr störend, alle drei Minuten wird über das Haus geflogen“, sagt sie. Ich befürchte bei einem Ausbau, dass sich der Flughafen auch nachts anbieten wird.“ Im übrigen seien drei subventionierte Flughäfen auf einer Länge von 200 Kilometern zu viel, meint die kaufmännische Angestellte. Und Fernmeldetechniker Ulrich Düchting befürchtet nachts zusätzliche Charterflüge, falls die Wartungshallen kommen. „Aus kaufmännischen Gründen kann ich Henze verstehen, sagt der 49-jährige Oberntudorfer.

Rudolf Herzog schwor die Anwesenden ein. „Wir müssen zusammenstehen und die Sache durchziehen“. Irgendwann werde man klagen müssen, ist er sich sicher. Einen Würzburger Rechtsanwalt haben die Fluglärmgegner bereits engagiert. „Wenn jeder der Einwender zehn Euro zahlt, können wir uns die nötigen Fachleute leisten“.

Von den 3.000 Einwendungen wurden im übrigen 2.700 als begründet anerkannt.

© 2008 Neue Westfälische , Donnerstag 21. Februar 2008



Das Ende der Nachtruhe für Tausende in der Einflugschneise (vom 02.02.2008)

Der Flughafen plant zwei neue Wartungshallen zu bauen und damit Ahden zu einem nächtlichen Wartungsschwerpunkt auszubauen, um damit zusätzliche Nachtflüge "anzulocken". Laut offiziellen Planungen des Airports will man die Anzahl der Nachtflüge in den nächsten 10 Jahren nahezu verdoppeln. Das bedeutet das endgültige „Aus“ der Nachtruhe für Tausende von Menschen in der Einflugschneise.

Aktueller Flyer (WORD)


(Neue Westfälische, 18.01.2008)



"Wir wollen auch nachts um 2 Uhr landen können"
Originalton Fritz Henze, Flughafen-Geschäftsführer

Der Flughafen will
  • seine Landebahn verlängern
  • auch die ganz großen Maschinen einsetzen
  • nachts ohne Beschränkung fliegen und
  • tagsüber mehr Übungsflüge

Dazu braucht der Flughafen aber eine neue Betriebsgenehmigung.

Die erforderlichen Pläne liegen vom 30. Mai bis 29. Juni in den Rathäusern in Borchen, Büren und Salzkotten aus.

Wollen wir mehr Übungsflüge? Wollen wir zulassen, dass uns zukünftig noch größere und noch lautere Flugzeuge den Schlaf rauben? Haben wir nicht auch ein Recht auf Nachtruhe wie die Dortmunder Bevölkerung? Am überaus erfolgreichen Flughafen Dortmund darf nachts nicht geflogen werden.

Wir haben jetzt erstmalig die Möglichkeit, uns offiziell gegen diese Nachtflugpläne zu wehren. Einzel- und Sammeleinwendungen sind sehr erfolgreiche Methoden (siehe Widerstand gegen die MVA-Pläne in Paderborn).

Sie können - wenn Sie wollen - für Ihre Einwendungen ab dem 30. Mai Musterschreiben als Formulierungshilfen aus dem Internet laden:

www.niederntudorf.de
www.isf-steinhausen.de
www.alfen.de



Alle, die nicht wollen, dass unsere Heimat nachts verlärmt wird, treffen sich am 14. Juni um 17:30 Uhr vor dem Rathaus in Salzkotten, um ihren Protest kundzutun.

Wer wissen will, wie unsere Ratsvertreter mit unseren Sorgen umgehen, kann anschließend an der öffentlichen Sitzung um 18:00 Uhr teilnehmen.




Ihre Vereine gegen Flugbelästigung in Niederntudorf und Steinhausen (V. i. S. d P.):

Interessengemeinschaft
zum Schutz vor Fluglärm e. V. (ISF Steinhausen)

c/o Gabriele Tobey
Silbeker Weg 26
33142 Büren-Steinhausen

Verein gegen Flugbelästigung
am Flughafen Paderborn/Lippstadt e. V.

c/o Rudolf Herzog
Falkenweg 21
33154 Salzkotten-Niederntudorf

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AKTUELL:

Download "Beschwerdevordruck"
Downloads:

Pressebericht vom 26.07.2007

Flugblatt zur Info-Veranstaltung am 26.07.2007

Infos zu Fristen und zum Verfahrensablauf (22.06.2007)

Präsentation am Flughafen beim WDR-Sommerfest (17.06.2007)

Rückenwind nur aus dem Bürener Rathaus (14.06.2007)

Pressemitteilung (08.06.2007)

Flugblatt

Verwaltungsvorlage für Ratssitzung Salzkotten

Auszüge aus der Verwaltungsvorlage der Gemeinde Borchen

Verwaltungsvorlage des Bürgermeisters der Stadt Büren (PDF)

Einzeleinwendung (Word)
Einzeleinwendung (PDF)
Sammeleinwendung 1
Sammeleinwendung 2