Neuwöhner ging zunächst kurz auf das neue Konzept des Museums ein. Er wies auf die verschiedenen Bereiche des Museums hin: Während der untere Bereich mit offenen Foyer für Wechselausstellungen - zurzeit „Briten in Westfalen“ - und Veranstaltungen reserviert ist, findet die Dauerausstellung oben ihren Platz. Verbunden sind beide Bereiche durch eine Säule mit Stadtansichten aus verschiedenen Jahrhunderten. „Geschichte lagert sich in Schichten ab“, sagt Neuwöhner, „und das spiegelt sich auch in der Säule wider.“

„Wird das Museum von der Öffentlichkeit angenommen?“, wollte Roswitha Köllner, Vorsitzende der DIP und für die Linksfraktion im Rat, wissen. Neuwöhner antwortete, dass die ca. 4.500 Besucher seit Eröffnung im Oktober die positive Resonanz zeigen und man davon ausgehe, dass dieser Trend anhalte.

Ausgehend von der Säule mit diversen Stadtansichten wurde das Bild Paderborns dann auch deutlich anhand von Modellen, die Stadthäuser vom 12. Jahrhundert bis in die jüngere Vergangenheit zeigen. Verschiedene Sammlungen zu unterschiedlichen städtischen Themen bilden einen weiteren Schwerpunkt des Museums, wobei hier insbesondere die militärgeschichtliche Sammlung sowie die Gemäldesammlung der Familie Fürstenberg ins Auge fallen.

Diese bildeten dann auch den Anlass zur Kritik. In der anschließenden Diskussionsrunde kritisierte DIP-Mitglied Paul Weitkamp, dass das Museum „die Geschichte der Stadt aus der Sicht der oberen Schichten – Fürsten und Militärs – zeige. „Die Geschichte der „kleinen Leute“ kommt nicht vor; ich denke da z.B. an das Riemekeviertel, das als ehemaliges Eisenbahnerviertel stadtprägend war und ist.“ Neuwöhner entgegnete, dass liege daran, dass dem Museum bisher keinerlei Sammlungen angeboten wurden, die die Geschichte der „kleinen Leute“ spiegeln und ergänzte: „Das Museum ist offen für solches Material und würde das auch einfügen in die bereits vorhandenen Ausstellungstücke.“ Daran anknüpfend machte Weitkamp den Vorschlag, dass das Museum Sozialverbände und Gewerkschaften ansprechen könne, um an entsprechendes Material zu kommen. Nach ca. 2 Stunden endete die Führung durchs Museum.